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Jahresendspurt ohne Hektik: So planst du die letzten Monate realistisch

2. Sept.
4 Min. Lesezeit

Anfang September fragen sich manche vielleicht, warum ich jetzt schon über das Thema Weihnachten und den Jahresendspurt spreche. Aus meinen vielen Jahren als Assistentin der Geschäftsführung und meiner Selbstständigkeit seit 2008 weiß ich aber genau: Das Jahresende kommt meistens viel schneller, als man denkt.


Wer jetzt nicht kurz innehält und vorausschauend plant, gerät kurz vor den Feiertagen fast zwangsläufig in Hektik. Mit ein paar gezielten Schritten und einer realistischen Terminplanung schaffst du dir aber die nötige Ruhe, um dein Business geordnet durch die letzten Monate des Jahres zu steuern. In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du dein Backoffice und deine Projekte entspannt aufstellst. 


Inhaltsverzeichnis


Podcast-Episode zum Artikel



Der Dezember kommt immer so plötzlich ...


Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn schon so einige Jahresendspurt-Szenarien miterlebt. An eine Geschichte kann ich mich besonders gut erinnern: In einer meiner früheren Anstellungen hat das Team den Firmeninhaber mehrmals darauf hingewiesen, dass wir uns langsam um die Weihnachtskarten kümmern müssten. Er war allerdings jemand, der Dinge gerne aufgeschoben hat, nach dem Motto: „Das hat noch Zeit, das wird schon.“ Irgendwann ist es dem Team dann zu bunt geworden und alle haben aufgegeben.  


Und was ist passiert? Du kannst es dir wahrscheinlich denken: Kurz vor dem Betriebsurlaub – ich glaube, es war der 22. oder 23. Dezember – ist ihm schlagartig eingefallen, dass er nun doch allen Kunden eine Weihnachtskarte schicken möchte. Dann ist natürlich die große Panik ausgebrochen: Es sind hektisch irgendwo die letzten verfügbaren Karten gekauft worden, Briefmarken wurden besorgt und Adresslisten ausgedruckt. Das war weder koordiniert noch professionell, und von einer besinnlichen Zeit kurz vor den Feiertagen war in der Firma absolut nichts zu spüren. Zumal die Empfänger zu dem Zeitpunkt, als die Karten ankamen, wohl schon ziemlich alle im Weihnachtsurlaub waren.


Genau solche Last-Minute-Aktionen kannst du vermeiden, wenn du dir die nächsten Monate jetzt schon bewusst anschaust.  



Schritt 1: Was steht in den nächsten Monaten an


Was nicht aufgeschrieben ist, existiert gedanklich oft gar nicht richtig. Deshalb empfehle ich dir als Erstes: Nimm dir Zettel und Stift oder ein digitales Dokument und verschaffe dir einen vollständigen Überblick über alles, was in den letzten drei bis vier Monaten des Jahres ansteht.  


Sortiere deine Aufgaben am besten nach folgenden Themenfeldern:  


  • Kundenprojekte & Aufträge:  Welche festen Zusagen gibt es für das vierte Quartal? Welche Fristen musst du einhalten, wie sehen deine Kapazitäten aus und musst du überhaupt noch neue Aufträge akquirieren oder bist du bereits ausgebucht?  

  • Weihnachtspost & Geschenke:  Möchtest du deinen Kunden eine Karte schreiben oder ein kleines Geschenk schicken? Wenn du ein Team hast: Ist eine Weihnachtsfeier geplant? Gute Restaurants sind im Dezember oft schon früh ausgebucht, deshalb lohnt es sich, den Rahmen jetzt festzulegen.  

  • Backoffice & Buchhaltung:  Wie sieht es auf deinem Schreibtisch und in deinen Systemen aus? Stapeln sich noch Belege für die Buchhaltung? Es tut gut, vor dem Jahreswechsel Ordnung zu schaffen, damit du nicht mit Altlasten ins neue Jahr startest.  

  • Dein eigener Urlaub:  Trage dir unverhandelbar in den Kalender ein, von wann bis wann du im Dezember frei machst – egal ob zwei Wochen oder zwei Tage. Wer seinen eigenen Urlaub nicht fest einplant, plant automatisch unrealistisch.  



Schritt 2: Große Aufgaben in kleine Mikrosteps zerlegen


Sobald alles aufgeschrieben ist, wirkt der Berg an Aufgaben manchmal erst einmal riesig. Der Schlüssel liegt darin, große Projekte in kleine, machbare Häppchen (Mikrosteps) aufzuteilen.  

Schauen wir uns das einmal am Beispiel der Weihnachtskarten an:  


  1. Adressliste prüfen (im September):  Gehe deine Kundenliste durch und lege fest, wer Post bekommen soll. Wenn später noch neue Kunden dazukommen, ergänzt du sie einfach.  

  2. Karten bestellen & Puffer einplanen (September/Oktober):  Kümmere dich frühzeitig um das Motiv und den Druck. Bestelle lieber ein paar Karten mehr als Puffer mit. Es kommt immer wieder vor, dass man sich verschreibt oder spontan noch ein Kunde dazukommt.  

  3. Schreib-Sessions einplanen:  Statt 100 Karten an einem Stück zu beschriften, teilst du die Aufgabe auf zwei oder drei kurze Termine auf. Ich finde persönliche Worte immer sehr wertschätzend. Ein kurzer Hinweis in deinem CRM (z. B. auf Hobbys, Kinder oder Hunde) hilft dir dabei, im Handumdrehen eine persönliche Note einzubringen.



Schritt 3: 40 % Puffer für eine realistische Planung


Ein Fehler, den ich in der Praxis sehr häufig sehe: Die Termine werden zwar in den Kalender eingetragen, aber völlig ohne zeitlichen Spielraum.  


Berücksichtige bei deiner Planung unbedingt die typischen Stolpersteine des letzten Jahresdrittels: Erkältungswellen, Verzögerungen bei der Druckerei, technische Probleme, Autopannen oder spontane Kundennotfälle.  


Halte dir deshalb konsequent mindestens 40 % Pufferzeit in deinem Kalender frei. Verplane nur etwa 60 % deiner eigentlichen Arbeitszeit. Wenn alles glattläuft, hast du zusätzliche Zeit gewonnen. Wenn etwas dazwischenkommt, rettet dieser Puffer deinen Feierabend bzw. Kundenprojekte und du gerätst nicht in Bedrängnis.  


Wer seinen Kalender zu 100 % verplant, plant am Leben vorbei. 40 % Pufferzeit sind nicht nur im Jahresendspurt kein Luxus, sondern die Basis für stressfreies Arbeiten.  


Nutze deinen Kalender außerdem nicht als reine To-Do-Liste, sondern trage dir hier feste Fokusblöcke ein. Wenn es dir schwerfällt, diese Termine mit dir selbst einzuhalten, empfehle ich dir virtuelles Coworking. In der Gruppe und mit einer festen Verabredung schiebt man vereinbarte Aufgaben deutlich seltener auf.





Schritt 4: Kunden rechtzeitig informieren und das Jahr entspannt abschließen


Transparenz ist das halbe Leben – das gilt ganz besonders vor dem Jahreswechsel. Informiere deine Kunden frühzeitig darüber, wann du im Urlaub bist und bis wann Aufträge eingereicht werden müssen.  


Schicke lieber zwei bis drei Erinnerungen per E-Mail raus, in denen du klare Annahmeschlusszeiten nennst. Dein Tag hat schließlich auch nur 24 Stunden, und wenn deine Kapazitäten voll sind, müssen Kunden wissen, woran sie sind.  


Für die allerletzten ein bis zwei Arbeitstage vor deinem Urlaub gilt: Starte keine neuen Großprojekte mehr! Nutze diese Tage lieber dafür, deinen Schreibtisch aufräumen, verbliebene Kleinigkeiten abzuarbeiten und deinen Kopf leermachen zu können. So startest du mit viel mehr Energie und einem guten Gefühl in deine Feiertage.



Fazit


Das Jahresende kommt nicht mehr ganz so überraschend, wenn du dir jetzt schon ein paar Stunden Zeit nimmst, um deine Projekte, dein Backoffice und deine Urlaubszeiten ehrlicher zu strukturieren.


Indem du große Projekte in kleine Schritte zerlegst und dir ausreichend Pufferzeiten im Kalender reservierst, kommst du entspannt durch die letzten Monate des Jahres.  


Du möchtest dein Q4 nicht alleine organisieren?

Wenn du dir verbindliche Fokuszeiten, Gemeinschaft und Unterstützung beim Aufsetzen deiner Abläufe wünschst, lade ich dich herzlich in mein offenes Coworking oder direkt in den Business-Struktur-Club ein. Dort üben wir genau diese Schritt-für-Schritt-Methoden gemeinsam ein und setzen deine Aufgaben direkt in der Praxis um.



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