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Zeitmanagement für Selbstständige: Was gehört zu deiner Kernarbeit?

vor 5 Stunden
7 Min. Lesezeit

Zeitmanagement für Selbstständige beginnt mit einer Frage, die sich viele nie klar stellen: Was gehört eigentlich zu meiner Kernarbeit, also zu der Arbeit, für die ich gebucht werde? Wer das nicht eingrenzt, erlebt oft, dass die Kernarbeit immer mehr Zeit einfordert und für alles andere, zum Beispiel Marketing, Backoffice oder neue Ideen, kaum etwas übrig bleibt.


In diesem Artikel erfährst du, wie du deine Kernarbeit eingrenzt, was du bevorzugen und was du streichen kannst, und wie du sie so organisierst, dass für alles andere Platz bleibt.



Inhaltsverzeichnis




Die Podcast-Episode zum Artikel




Wenn die Kernarbeit deine ganze Woche beansprucht


Es ist Freitagnachmittag, und die Woche war voll mit Arbeit für deine Kundinnen und Kunden. Es gab viel zu tun, vieles war dringend, und du hast gute Arbeit abgeliefert. Gleichzeitig liegen Dinge seit Wochen auf deiner Liste, die dein Unternehmen voranbringen würden: der Beitrag fürs Marketing, das Angebot, über das du schon lange nachdenken wolltest, ein ruhiger Vormittag für einen neuen Gedanken.


Wenn dir das bekannt vorkommt, bist du in bester Gesellschaft. Gerade bei Soloselbstständigen nimmt die Kernarbeit oft die gesamte Zeit ein, weil sie fast immer dringend wirkt. Die Kundin wartet, der Termin steht, und das Ergebnis bringt direkt Geld. Alles, was dein Unternehmen auf lange Sicht trägt, hat keinen Termin und rutscht deshalb nach hinten.



Die Kernarbeit wirkt immer dringend, weil sie direkt Geld bringt und ein Mensch auf das Ergebnis wartet. Alles, was dein Unternehmen auf lange Sicht trägt, hat keinen Termin und rutscht deshalb nach hinten.



Hier hilft ein anderer Blick auf deinen Alltag. Es geht nicht darum, mehr in die Woche zu packen, sondern darum, klar zu wissen, was deine Kernarbeit ist, und sie so zu organisieren, dass für alles andere auch noch Platz bleibt.


Die Kernarbeit ist die Zone of Genius, einer der vier Bausteine meines Büro-Ikigai. Die anderen drei heißen Backoffice-Fundament, Selbstfürsorge und Zeit-Schutzschild. Heute geht es nur um diesen einen, und du musst die anderen nicht kennen, um ihn zu verstehen.



Was die Zone of Genius ist


Deine Zone of Genius ist die Arbeit, für die du gebucht wirst. Sie ist deine Dienstleistung, die Herstellung deines Produkts: das, was du am besten kannst und womit du dein Geld verdienst. Hier liegt der Kern dessen, was deine Kundinnen und Kunden bei dir einkaufen.

Das ist bei jeder und jedem etwas anderes. Bei der Texterin sind es die Texte, die sie für ihre Kundschaft schreibt. Bei der Steuerberaterin ist es die Beratung und die Erstellung der Abschlüsse. Bei der Fotografin sind es die Aufnahmen, die am Ende bei ihren Kundinnen und Kunden ankommen. Bei mir ist es die Arbeit für meine Kundinnen im Büroservice und im Mentoring.


Deine Zone of Genius ist die Arbeit, für die du gebucht wirst. Sie ist deine Dienstleistung, die Herstellung deines Produkts: das, was du am besten kannst und womit du dein Geld verdienst.



Wichtig dabei: Zur Zone of Genius gehört nur das, was du für deine Kundschaft herstellst. Alles andere, was dein Unternehmen am Laufen hält, ist ebenfalls wichtig, aber es ist etwas anderes. Genau diese Unterscheidung macht es später leichter, deine Zeit zu verteilen.



Kernarbeit eingrenzen: Fünf Fragen an dich


Wenn du nicht ganz sicher bist, was bei dir zur Kernarbeit gehört, helfen fünf Fragen. Nimm dir ein Blatt Papier und schreib die Antworten in einfachen Sätzen auf.


  1. Warum habe ich mich selbstständig gemacht, und was wollte ich eigentlich tun?

  2. Was ist meine Dienstleistung oder mein Produkt, und was stelle ich dafür her?

  3. Wofür buchen mich meine Kundinnen und Kunden?

  4. Womit verdiene ich den größten Teil meines Geldes?

  5. Was kann ich besser als die meisten anderen in meinem Feld?


Die erste Frage wird gern übersprungen, ist aber oft die wichtigste. Viele machen sich selbstständig, weil sie eine bestimmte Arbeit tun möchten. Mit der Zeit kommen Rechnungen, E-Mails, Ablage, Marketing und Organisation dazu, und die Arbeit, für die du angetreten bist, wird zu einem Teil des Tages unter vielen. Ich selbst habe mich 2008 selbstständig gemacht, weil ich es liebe, weil ich die Büroarbeit gerne mag und mein eigener Chef sein wollte. Aber noch viel mehr macht es mir Spaß, Einblick in die unterschiedlichsten Situationen zu bekommen, Dingen auf den Grund zu gehen und anschließend Strukturen zu schaffen, zu organisieren und Erfolge zu sehen.


Aus den Antworten entsteht deine Kernarbeit in Kurzform, in zwei bis drei Sätzen. Häng sie dir gern an einen Platz, an dem du sie siehst. Sie hilft dir bei jeder Entscheidung darüber, was in deine Woche gehört.



Kernarbeit, Backoffice und Arbeit am Unternehmen: Was gehört wohin?

Sobald du weißt, was deine Kernarbeit ist, kannst du sie von allem anderen abgrenzen. In einem Ein-Personen-Unternehmen gibt es drei Arten von Arbeit, die gern ineinanderlaufen:

  • Kernarbeit: Die Arbeit, für die du gebucht wirst. Hier entsteht dein Produkt oder deine Dienstleistung.

  • Backoffice: Die festen Abläufe und Strukturen, die dein Unternehmen am Laufen halten, zum Beispiel Rechnungen, Buchhaltung, Ablage und E-Mails.

  • Arbeit am Unternehmen: Alles, was dein Unternehmen weiterbringt, zum Beispiel Marketing, ein neues Angebot, Strategie oder einfach Zeit, um dir etwas zu überlegen.

Kernarbeit liefert, Backoffice hält dein Unternehmen am Laufen, und die Arbeit am Unternehmen sorgt dafür, dass morgen noch Aufträge da sind. Wenn du die drei trennst, kann jede einen eigenen Platz in deiner Woche bekommen.

Manches liegt dazwischen. Wenn du dein Fachwissen zeigst, etwa in einem Fachartikel oder in einem Podcast, ist das Marketing und damit Arbeit am Unternehmen. Der feste Ablauf dahinter, zum Beispiel der Versand deines Newsletters, gehört eher ins Backoffice.


Warum diese Trennung so viel bringt: Wenn alles in einen Topf fällt, bekommt die Kernarbeit automatisch den Vorrang, weil sie am lautesten ruft. Sobald du die drei Arten trennst, kannst du jeder einen festen Platz geben.



Was du bevorzugen und was du streichen kannst


Wenn deine Kernarbeit klar ist, lohnt sich ein ehrlicher Blick darauf, was du bevorzugen und was du streichen kannst.


Bevorzugen würde ich zwei Dinge. Erstens die Teile deiner Kernarbeit, die für deine Kundinnen den größten Nutzen haben und dir das beste Einkommen bringen. Das sind meist die Angebote, die sich gut verkaufen und bei denen du dich sicher fühlst. Zweitens feste Zeit für die Arbeit am Unternehmen, weil sie nie dringend wirkt und deshalb als Erstes untergeht.


Streichen oder begrenzen kannst du alles, was nicht zu deiner Kernarbeit gehört und trotzdem Zeit kostet. Dazu zählen Leistungen, die du aus Gewohnheit weiter anbietest, obwohl sie kaum etwas einbringen oder dir Kraft rauben, und Extras, die Kundinnen nebenbei erwarten, ohne dass sie zu deinem Angebot gehören. Auch endlose Korrekturschleifen gehören dazu, weil sie die Kernarbeit größer machen, als sie sein müsste.



Frag dich bei jeder Aufgabe: Was passiert, wenn ich das nicht mehr mache? Oft lautet die Antwort: nichts. Diese Zeit gehört dann deiner Kernarbeit oder der Arbeit an deinem Unternehmen.



Bei den Aufgaben, die übrig bleiben, hast du drei Möglichkeiten. Du kannst sie vereinfachen, zum Beispiel mit Vorlagen und festen Abläufen. Du kannst sie bündeln und in feste Zeitfenster legen. Oder du gibst sie gezielt ab. Abgeben geht für Soloselbstständige allerdings nur begrenzt, deshalb sind Weglassen, Vereinfachen und Bündeln meist die wirksameren Hebel.



Wochen-Check: So organisierst du deine Kernarbeit

Damit aus der Eingrenzung ein Alltag wird, der funktioniert, brauchst du nur eine vergangene Woche als Grundlage und zehn bis fünfzehn Minuten Zeit.


  1. Rückblick: Geh die vergangene Woche durch, also Termine, erledigte Aufgaben, E-Mails und Telefonate, und schreib auf, womit du deine Zeit verbracht hast. Ein grober Überblick genügt völlig.

  2. Sortieren: Ordne jede Tätigkeit einer von drei Gruppen zu: Kernarbeit, Backoffice oder Arbeit am Unternehmen. Alles, was du im Nachhinein hättest lassen können, markierst du extra.

  3. Hinschauen: Wie viel Zeit hat jede Gruppe bekommen? Bitte ganz ohne Urteil. Meist zeigt sich schnell, welche Gruppe zu kurz kommt, und oft ist es die Arbeit am Unternehmen.

  4. Blöcke festlegen: Gib jeder Gruppe feste Zeitfenster mit Anfang und Ende. Trag zuerst ein, was sonst untergeht, und lege die Kernarbeit in die Zeit darum herum.

  5. Eine Stunde zurückholen: Such dir eine Aufgabe aus der letzten Woche, die du weglassen oder vereinfachen kannst, und trag die gewonnene Stunde als festen Termin für das ein, was gerade zu kurz kommt.


Bei mir haben die Tage feste Aufgaben: Dienstag und Donnerstag gehören meinen Kundinnen im Büroservice, am Montag arbeite ich an Content und Strategie, am Freitag erledige ich die Verwaltung.


Das Ziel ist nicht, die Kernarbeit zu verkleinern. Sie bekommt einen festen Rahmen, damit sie nicht den ganzen Kalender einnimmt und für alles andere Platz bleibt.

Im einem kurzen Video zeige ich dir den Wochen-Check in wenigen Minuten Schritt für Schritt.



Die Zone of Genius im Büro-Ikigai


Die Zone of Genius ist einer von vier Bausteinen meines Büro-Ikigai. Die anderen sind das Backoffice-Fundament, die Selbstfürsorge und das Zeit-Schutzschild. Alle vier müssen zusammenspielen: Deine Selbstfürsorge liefert die Energie für deine Kernarbeit, ein verlässliches Backoffice-Fundament hält dir die Pflichtaufgaben vom Hals, und das Zeit-Schutzschild sorgt dafür, dass du alles in deinen Alltag bekommst, ohne unterzugehen.

Mehr zu den anderen Bausteinen findest du in meinen Artikeln zur Selbstfürsorge und zum Backoffice-Fundament. Wie alle vier zusammenwirken, schauen wir uns gemeinsam bei den Büro-Ikigai-Tagen an.



Die Büro-Ikigai-Tage: alle vier Bausteine live


Wenn du die vier Bausteine gern einmal gemeinsam anschauen und direkt auf dein eigenes Business übertragen möchtest, lade ich dich herzlich zu den Büro-Ikigai-Tagen ein. Sie finden mehrmals im Jahr statt: vier Live-Termine online, jeweils eine Stunde, und sie sind kostenlos. Die aktuellen Termine findest du auf der Anmeldeseite.


Jeder Tag widmet sich einem der vier Bausteine. Du bekommst Impulse, die du sofort in deinem Alltag umsetzen kannst, und Raum für deine Fragen. Wenn ein Termin nicht passt, ist das kein Problem, denn du kannst dir die Aufzeichnungen danach mehrere Wochen lang ansehen.


Als Bonus gibt es im Anschluss den Fokus-Freitag, ein offenes virtuelles Coworking von drei Stunden. Dort kannst du das Gehörte gleich ausprobieren und in Ruhe an deiner Kernarbeit sitzen. Eine extra Anmeldung dafür brauchst du nicht, als Teilnehmerin oder Teilnehmer der Büro-Ikigai-Tage wirst du direkt eingebucht.



Häufige Fragen zur Zone of Genius

Was bedeutet Zone of Genius im Büro-Ikigai?

Im Büro-Ikigai ist die Zone of Genius deine Kernarbeit: die Arbeit, für die du gebucht wirst, also deine Dienstleistung und die Herstellung deines Produkts. Sie ist das, was du am besten kannst und womit du dein Geld verdienst.

Was ist das Büro-Ikigai?

Das Büro-Ikigai ist ein Modell mit vier Bausteinen: Zone of Genius, Backoffice-Fundament, Selbstfürsorge und Zeit-Schutzschild. Sie müssen zusammenspielen, damit dein Büroalltag dich trägt, statt dich auszubremsen.

Wie finde ich heraus, wie viel Zeit meine Kernarbeit bekommt?

Mit dem Wochen-Check. Du sortierst die vergangene Woche in Kernarbeit, Backoffice und Arbeit am Unternehmen und siehst in zehn bis fünfzehn Minuten, wie sich deine Zeit verteilt.

Kann ich als Soloselbstständige Aufgaben abgeben?

Teilweise, zum Beispiel Buchhaltung, Steuer oder knifflige Technik. Der größere Teil der Entlastung kommt aus Weglassen, Vereinfachen und Bündeln.

Wie grenze ich meine Kernarbeit ein?

Mit fünf Fragen: Warum habe ich mich selbstständig gemacht? Was ist meine Dienstleistung oder mein Produkt? Wofür werde ich gebucht? Womit verdiene ich mein Geld? Und was kann ich besonders gut? Aus den Antworten entsteht deine Kernarbeit in zwei bis drei Sätzen.



Dein nächster kleiner Schritt


Deine Kernarbeit ist längst da, und du kennst sie besser als jeder andere. Fang diese Woche mit den fünf Fragen an und schreib deine Kernarbeit in zwei bis drei Sätzen auf. Danach machst du den Wochen-Check und trägst deine eine Stunde ein.


Ich freue mich, wenn wir uns bei den Büro-Ikigai-Tagen sehen.





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